Hallo,
am 01.04. (kein Scherz!) habe ich meine Zertifizierung als OMG Certified UML Professional (OCUP) fundamental bestanden. Diese Zertifizierung war im Vergleich zu den Microsoft-Zertifizierungen die ich früher bereits gemacht habe deutlich schwieriger:
- Die Prüfungsinhalte sind im wesentlichen die UML-Spezifikation selbst, d.h. insbesondere nicht wie man UML-Modelle als solche erstellt (Analyse-Techniken, Modellierungs-Guidelines etc.). D.h. selbst wer viel mit UML gearbeitet hat, wird den Stoff kaum kennen. Bei den gängigen Java- oder Microsoft-Zertifizierungen kann man davon ausgehen, dass man als “Praktiker” bereits ein solides Fundament hat
- Der Stoff ist sehr abstrakt und enthält viele Details. Die UML-Spezifikation umfasst ca. 1000 Seiten und das fundamental exam deckt etwas ein Drittel davon ab.
- Es gibt keine umfangreichen Sammlungen an Übungsfragen wie für die verbreiteteren Examen, etwa von Transcender oder MeasureUp. Egal wie man zu diesen Diensten steht (Thema “Braindump“), diese Übungsexamen sind eine große Hilfe bei der Vorbereitung. MeasureUp wird übrigens offiziell von Microsoft empfohlen, hier kann mal also von einem seriösen Vorgehen ausgehen.
Zur Vorbereitung:
Im wesentlichen habe ich das Buch “UML 2.0 Zertifizierung. Fundamental, Intermediate und Advanced” mehrfach durchgearbeitet. Das war ziemlich mühsam, da das Buch wirklich nur eine Aufzählung der Themen darstellt.
Partiell habe ich mir generierte Klassendiagramme aus dem offiziellen UML Metamodel angeschaut. Hierzu habe ich ein selbstgeschriebenes Tool erzeugt, das automatisch Diagramme für ein Element des UML Metamodells erzeugt:

Danach habe ich alle Übungsfragen, die ich auftreiben konnte durchgearbeitet, d.h. versucht zu beantworten und dort wo ich falsch lag das Thema noch besser zu verstehen:
- UML-Quiz auf jeckle.de (einige, wenige Fragen sind veraltet)
- Übungsaufgaben zum Buch UML2 glasklar
- Und die Übungsfragen in dem oben erwähnten Buch
Warum habe ich die Zertifizierung angestrebt?
Mein aktueller Auftrag läuft Ende Juni aus und ich fände einen Folgeauftrag mit einem signifikanten Anteil an Analyse/Design-Arbeit durchaus interessant.
Neben meiner Tätigkeit als Berater bin ich auch für ein Software-Unternehmen tätig, das UML-tools entwickelt. Für die Tätigkeit dort ist ein detailiertes Wissen über das UML Metamodel überaus hilfreich.
Und last but not least, wie es Tim Weilkiens so schön formuliert hat:
“Eine völlig andere Motivation zur Zertifizierung ist nicht das Zertifikat selbst, sondern der Weg dorthin. Beispielsweise ist das für die UML-Zertifizierung erforderliche Wissen für den Modellierer wertvoll. Das Erlernen der Materie ist aber ein beschwerlicher Weg. Das Zertifikat ist ein Ziel am Horizont, das zum Lernen motiviert und hilft, das Thema gradlinig zu durchstreifen.”
Viele Grüsse,
Andreas
Technorati Tags: OMG, UML, OCUP, Zertifizierung